Antrittsbesuch in Kappelrodeck

„Wenn wir uns nicht um den Klimaschutz kümmern, brauchen wir uns bald um gar nichts mehr kümmern!“, begrüßte Bürgermeister Stefan Hattenbach den Landtagsabgeordneten Bernd Mettenleiter mit klaren Worten zum Gemeindebesuch in Kappelrodeck. In der Gemeinde in Mettenleiters Wahlkreis geht es dynamisch voran, und so stand auch die Modernisierung und Erweiterung der Ortsteilhalle in Waldulm auf der Agenda. Dort werden im Rahmen eines kommunalen Klimaschutz-Paketes 3,3 Mio. Euro investiert, um die Gemeinde ökonomisch wie auch ökologisch enkeltauglich zu machen. „Mit der umfassenden Sanierung der Pfarrberghalle stellt sich die Gemeinde gut für die Zukunft auf“, würdigt Mettenleiter die Investition. „Die Halle wird in Zukunft deutlich weniger Energie benötigen und sogar mit der PV-Anlage selber Strom produzieren.“ Eine funktionierende Halle sei für die Gemeinschaft in einer Kommunen immens wichtig, ist Mettenleiter überzeugt. Mehr als die Hälfte der benötigten Finanzmittel fließen aus verschiedenen angezapften Fördertöpfen nach Kappelrodeck – auch Dank der innovativen Technik, die künftig eine Energie- und Kohlendioxideinsparung von über einem Drittel ermöglicht.

Modern aufstellen will sich die Gemeinde auch im Bereich Mobilität. So ist es Ziel des Bürgermeisters, ein Bauhof-Fahrzeug mit passendem Anforderungsprofil durch ein E-Fahrzeug zu ersetzen. Verschiedene Modelle wurden dabei bereits auf Herz und Nieren getestet. Ein innovatives Mobilitätskonzept der Zukunft soll auch direkt von Bürgern genutzt werden können. Hattenbach will zeitnah als Impuls ein E-Car-Sharing-Angebot für alle Bürger etablieren. Ohne Registrierungs- und Grundgebühr soll bequem per App mitten in Kappelrodeck unkompliziert ein Fahrzeug gebucht und gemietet werden können. „Wir brauchen die Mobilitätswende. Insbesondere im ländlichen Raum wird jedoch das Auto weiterhin eine Rolle spielen. Car-Sharing-Angebote sind hier ein wichtiger Teil der Lösung. Ich bin der Gemeinde dankbar, dass sie hier aktiv wird“, freut sich Mettenleiter über den Vorstoß.

Ein innovatives, nachhaltiges und hochwertiges Wohnquartier entsteht mit den Neubaugebiet „Heidenhöf/Gässelsmatt“. Der nachgefragte Wohnraumbedarf kann in Kappelrodeck aktuell nicht gedeckt werden, die Verknappung sorgt für hohe Mieten und Kaufpreise. Im Gebiet hat die Gemeinde auch Flächen eingeplant, die ressourcenschonend Wohnraum schaffen und für die Bereitstellung von sozialem Wohnraum geeignet wären. Hattenbach erläuterte auch das Konzept einer „Sponge city“, mit dem dort nicht nur der Hochwasserschutz optimiert, sondern auch Vorsorge für mit dem Klimawandel vermehrt zu erwartenden Starkregenereignissen getroffen wird. Die seitens der Gemeindeverwaltung angedachte Nahwärmeversorgung wird zum Bedauern des Bürgermeisters vermutlich nicht zur Umsetzung kommen, da aufgrund der niedrigen Energieverbräuche der Neubauten kein angefragter Betreiber einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen kann.

In der überdurchschnittlich jungen, familienfreundlichen Gemeinde ist auch das Thema Bereitstellung von Kindergartenplätzen ganz oben auf der Agenda. Hattenbach warb beim Landtagsabgeordneten für den „Kita-Fahrplan 2025“. Dieser beinhaltet die Neuauflage der Investitionskostenförderung zur Schaffung zusätzlicher Räume, aber auch die Flexibilisierung der Gruppengrößen und die Neudefinition des Personalschlüssels, ebenso wie die Erhöhung der Bildungsqualität und die Entlastung der Fachkräfte, unter anderem durch multiprofessionelle Teams. „Das Ziel ist es allen Eltern einen Platz anzubieten“, unterstrich der Landtagsabgeordnete. „Als Vater von zwei Kindern im Betreuungsalter weiß ich, wie wichtig das Thema ist.“

Die Weinbaugemeinde hat sich auch zum Ziel gesetzt, bei sinkenden Erlösen der Weinbaubetriebe zu unterstützen und dabei die Aufgabe von nicht optimal bewirtschaftbaren Rebgrundstücken zu verhindern. Erprobtes und wirksames Werkzeug sind in der „Hauptstadt der Flurbereinigungen“  dabei Rebflurbereinigungen  in großem Maßstab. Aktuell ist die Flurbereinigung „Eichwald“ in der Vorbereitung. Idealerweise sollte dafür die Landesstraße zwischen Kappelrodeck und Sasbachwalden auf einer Länge von etwa 600 Metern um wenige Meter seitlich verlegt werden – dafür warb Hattenbach beim Landtagsabgeordneten.

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