Video-Talk „Wirtschaftsregion Kehl – Straßburg: zwei Städte – ein Europa“ 5.2.2021

Video-Talk mit Bernd Mettenleiter, Jeanne Barseghian, Franziska Brantner und Thomas Zawalski


Mehr als 40 Gäste konnte der grüne Bundestagskandidat für den Wahlkreis Offenburg Thomas Zawalski beim Video-Talk zum Thema „Wirtschaftsregion Kehl-Strasbourg: Zwei Städte – ein Europa“ begrüßen. Mit der Straßburger OB Jeanne Barseghian, der Bundestagsabgeordneten und europapolitischen Sprecherin ihrer Fraktion, Franziska Brantner, sowie dem Landtagskandidaten für den Wahlkreis Kehl, Bernd Mettenleiter, diskutierte er über die aktuelle Corona- Lage in der Grenzregion und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Probleme.

„Die deutsch-französische Freundschaft wird hier im Alltag gelebt“, befand Zawalski angesichts der zahlreichen Menschen, die jeden Tag zwischen Kehl und Straßburg hin und her pendeln. Eine coronabedingte Grenzschließung dürfe sich nicht wiederholen, forderte Barseghian. Sollte Frankreich von Deutschland als sogenanntes Hochinzidenzgebiet eingestuft werden, müsse es praktikable Lösungen für den gemeinsamen Lebensraum geben. Immerhin habe die Diskussion um die Grenzschließung dafür gesorgt, dass die Kooperation zwischen beiden Ländern seitdem verbessert und intensiviert worden sei.

Auch Brantner betrachtet in dieser Pandemie das Erstarken nationalistischer Tendenzen mit Sorge. Sie plädierte dafür, das zerbrechliche Europa gemeinsam zu verteidigen. Dafür brauche es jetzt einen klaren Fahrplan, was das Testen von Berufspendlern angeht: „Wir müssen jetzt klären, wer Pendler testet, wo sie getestet werden – an der Grenze oder am Arbeitsplatz – und wer die Tests bezahlt.“ Barseghian sprach sich in diesem Zusammenhang für möglichst einheitliche Regelungen aus.

Mettenleiter äußerte bei dem Treffen seinen Wunsch nach einem nachhaltigeren Wirtschaften. Mit dem Weg hin zur Kreislaufwirtschaft wolle er im Landtag Ökologie und Ökonomie verbinden, so der Gymnasiallehrer aus Achern.

Brigitta Schrempp, IT-Unternehmerin aus Lahr und als Vizepräsidentin der IHK Südlicher Oberrhein der Diskussionsrunde zugeschaltet, warb für das Arbeiten beim Nachbarn. Deutlich mehr Jugendliche aus Frankreich würden in Deutschland eine Berufsausbildung beginnen als umgekehrt. Die Mobilitätsangebote für junge Menschen war en ihr dabei ein wichtiges Anliegen. Für viele Auszubildende sei ein eigenes Auto nicht leistbar, weshalb es Alternativen geben müsse. Dabei verwies sie auf die deutsch-französische Buslinie zwischen dem elsässischen Erstein und Lahr als
Projekt mit Vorbildcharakter.

Dominik Fehringer, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Ortenau, stellte in dem Gesprächskreis die Arbeit seines Verbands vor. Dabei verwies er vor allem auf die Tätigkeit der gemeinsamen Flächenvermarktung und die Weltbekanntheit Straßburgs als Standortfaktor. Von Zawalski auf die aktuelle wirtschaftliche Lage der Region angesprochen, berichtete er von einem „heterogenen Jahr 2020“. So gebe es Unternehmen, die ihr bestes Jahr seit langem hätten, aber auch viele Betriebe, die die Pandemie voll getroffen habe. Die Vielfalt verschiedener Branchen in der Region zahle sich jedoch aus, um auch die Kommunen über Steuererträge nicht zu sehr in Bedrängnis zu bringen. Für die zukünftige Arbeit der WRO sei es vordringliches Ziel, eine Gründerkultur zu etablieren.

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