Strom und Wärme „made in Ortenau“ hat großes Potential

Online-Talk Energiewende 17.01.2021 Bernd Mettenleiter und Dr. Andre Baumann

„Windenergie, Solarstrom und Geothermie – Wie können wir die Energiewende hier vor Ort gestalten? – über diese Frage sprach Grünen-Landtagskandidat Bernd Mettenleiter vergangene Woche in einem Online-Talk mit Bürgerinnen und Bürgern und dem Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigten des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Dr. Andre Baumann. Als Staatssekretär im Landesumweltministerium bis Januar 2020 und früherer NABU-Landesvorsitzender ist er ein ausgewiesener Umwelt- und Energieexperte, wovon sich die Teilnehmenden digital ein Bild machen konnten.

Mettenleiter verdeutlichte einleitend, dass die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energien ein zentraler Beitrag zum Klimaschutz ist. „Unsere Region bietet Wind im Schwarzwald, Sonne in der Rheinebene und Wärme aus der Erde. Neben dem Schutz des Klimas werden wir durch die lokale Produktion von Strom und Wärme unabhängig von ausländischen Öl- und Gasimporten. Ebenso schafft die Energiewende hier in der Ortenau Arbeitsplätze in Zukunftstechnologien und sichert unsere Stärke als Exportweltmeister“.

Dr. Andre Baumann teilt in seinem Impulsvortrag die Einschätzung von Mettenleiter und sieht Baden-Württemberg auf einem guten Weg. „In den letzten 10 Jahren wurde der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in Baden-Württemberg verdoppelt. Jedoch müssen wir diesen Weg ambitioniert weitergehen, denn nur so können wir die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 schaffen“.

Konkrete Projekte aus der Region wurden danach in einer regen Diskussion besprochen. Matthias Griebl, Betreiber einer Windenergieanlage auf der Hornisgrinde, berichtete von den idealen Bedingungen einer Windenergieanlage dort und seinen Plänen, eine zweite Anlage zu bauen. Vor allem die von Griebl vorgestellten umfangreichen Begleit-Maßnahmen zum Schutz des Auerhuhns überzeugten die Zuhörenden, dass die Energiewende und Artenschutz gemeinsam verwirklicht werden können.

Ein Vertreter der „Bürgerinitiative Tiefe Geothermie“ fragte, welche Zukunft diese Technologie nach den induzierten Erdbeben in Straßburg habe. Dr. Baumann stellte klar, dass das in der dortigen Anlage angewendete Bohr-Verfahren in Baden-Württemberg nicht genehmigungsfähig wäre. In Straßburg sei mit zu großem Druck Wasser in den Untergrund verpresst worden. „Die tiefe Geothermie soll nur für die Wärmeversorgung verwendet werden, nicht für die Stromerzeugung; auch darin unterscheiden wir uns zum Standort im Elsass. Und ganz klar: In Genehmigungsverfahren wird umfassend geprüft und nur genehmigt, wenn die Technologie sicher genutzt werden kann“, erklärte Dr. Baumann. Mettenleiter fügte hinzu: „Wichtig ist auch die Festlegung von Haftungsfragen zugunsten der Hausbesitzer.“

Ein Teilnehmer berichtete von den Plänen einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in Oberkirch. Dr. Baumann stellte klar, dass solche Projekte in vielfacher Hinsicht Vorteile bieten. „Die Wertschöpfung erfolgt vor Ort in den Kommunen, die Stromproduktion setzt kein CO2 frei und in den umzäunten Flächen können sich geschützte bodenbrütende Vogelarten ansiedeln und Naturoasen entwickeln“.

Abschließend machte Landtagskandidat Mettenleiter deutlich, dass für ihn kein Weg an einer ökologischen Modernisierung unserer Wirtschaft vorbeiführt. „Baden-Württemberg ist eine der innovativsten Regionen auf der ganzen Welt. Wir müssen die Herausforderungen der Zukunft annehmen und mit unserem Erfindergeist Lösungen für die Zukunft bereitstellen. Der Energiewirtschaft kommt dabei eine Schlüsselrolle zu und wir können und müssen vor Ort unseren Beitrag dazu leisten“.

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