Apfelernte auf Hochtouren: Mettenleiter besucht Fruchtsaftkellerei Zimmer

Beim Besuch des Landtagsabgeordneten Bernd Mettenleiter (Grüne) bei der Fruchtsaftkellerei Zimmer wird deutlich, wie regionale Säfte Wertschöpfung sichern und zum Erhalt der Streuobstwiesen beitragen- Daher muss die geplante Zuckerabgabe Besonderheiten heimischer Fruchtsaftkeltereien berücksichtigen.

Die Apfelernte ist derzeit in vollem Gange – und damit läuft auch bei den heimischen Fruchtsaftkeltereien die Saison auf Hochtouren. Der Landtagsabgeordnete Bernd Mettenleiter (Grüne) hat die Fruchtsaftkellerei Zimmer in Rheinau-Helmlingen besucht und dort die Verarbeitung der frisch angelieferten Äpfel miterlebt.

Von der Anlieferung und dem Waschen der Äpfel über das Pressen und Haltbarmachen bis hin zur Lagerung und Abfüllung finden die wesentlichen Produktionsschritte direkt in Helmlingen statt. Bei einer Verkostung konnte Mettenleiter den ganz frisch gepressten Apfelsaft probieren. „Man sieht und schmeckt, mit wie viel Erfahrung hier in Helmlingen aus regionalem Obst ein Spitzenprodukt entsteht. Solche Betriebe stehen für Qualität aus unserer Region und für Wertschöpfung, die vor Ort bleibt“, sagte Mettenleiter. „Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass bei Zimmer auch die Unternehmensnachfolge geregelt ist und diese Erfahrung weitergegeben wird.“ Bereits seit fünf Generationen wird bei Zimmer Obst verarbeitet.

Für Mettenleiter geht die Bedeutung der heimischen Keltereien über die Herstellung von Saft hinaus. Gerade die Verarbeitung von Streuobst trage zum Erhalt der für Baden-Württemberg typischen Kulturlandschaft bei. Streuobstwiesen prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind auch wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. „Damit unsere Streuobstwiesen eine Zukunft haben, muss sich auch die Nutzung des Obstes lohnen. Die Keltereien und die Menschen, die hier ihre Äpfel abliefern, sorgen gemeinsam dafür, dass diese wertvollen Lebensräume erhalten bleiben“, so Mettenleiter.

Beim Gespräch mit der Familie Zimmer ging es auch um die geplante Abgabe der Bundesregierung auf zuckergesüßte Getränke. Für die Fruchtsaftbranche ist entscheidend, welche Produkte davon erfasst werden. Während reiner Fruchtsaft ohne zugesetzten Zucker hergestellt wird, kann beispielsweise bei Nektaren aus besonders säurereichen Früchten, wie Johannisbeeren, Zucker unverzichtbarer Bestandteil der Rezeptur sein. „Mir ist bei dem Besuch noch deutlicher geworden, dass man bei einer Zuckerabgabe genau hinschauen muss. Es macht einen Unterschied, ob wir über einen industriell hergestellten Soft-Drink sprechen oder beispielsweise über Johannisbeer-Nektar aus heimischen Früchten. Ganz unterschiedliche Produkte dürfen nicht einfach über einen Kamm geschoren werden“, so Mettenleiter.

Mettenleiter betonte zugleich, dass gesundheitspolitische Ziele zur Verringerung eines übermäßigen Zuckerkonsums grundsätzlich ernst genommen werden müssten. Eine gesetzliche Regelung müsse jedoch zielgenau ausgestaltet sein und dürfe regionale Fruchtsafthersteller und Produkte nicht unbeabsichtigt benachteiligen. Zugleich müsse die Branche frühzeitig wissen, welche Regelungen auf sie zukommen. Änderungen an Rezepturen müssten erprobt werden, hinzu kämen beispielsweise auch neue Kennzeichnungen und Etiketten.

„Ich kann gut nachvollziehen, dass die Unternehmen ausreichend Vorlauf brauchen. Eine Rezeptur lässt sich nicht von heute auf morgen ändern. Deshalb braucht es eine solide und praxistaugliche Regelung mit ausreichend Zeit für Anpassungen“, so der Landtagsabgeordnete. Mettenleiter kündigte an, die Anliegen der regionalen Fruchtsaftkeltereien gegenüber der Bundesebene einzubringen: „Wir wollen, dass auch künftig Obst aus unserer Region hier angenommen, verarbeitet und zu hochwertigen Säften und Nektaren veredelt wird. Diese regionale Wertschöpfungskette gilt es zu erhalten – sie stärkt unsere heimischen Betriebe und trägt zugleich dazu bei, dass unsere Streuobstwiesen eine Zukunft haben.“

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