Kehl und Straßburg bei der Polizei-Zusammenarbeit Vorreiterregion

Beim Stichwort Polizei denken die meisten Menschen vermutlich an die „normale“ Landespolizei. Die Stadt Kehl bietet jedoch dreimal mehr. Zusätzlich zum Polizeirevier der Landespolizei gibt es dort einen Standort der Bundespolizei, eine Station der Wasserschutzpolizei und – einzigartig in Deutschland – das gemeinsame Zentrum für deutsch-französische polizeiliche Zusammenarbeit. Wohl keine andere Stadt in dieser Größe in Deutschland bietet eine solche Polizei-Vielfalt.

Dieser Besonderheit ist sich Bernd Mettenleiter, Landtagsabgeordneter der Grünen im Wahlkreis Kehl, bewusst und lud deshalb Marcel Emmerich, Bundestagsabgeordneter aus Ulm, in die Grenzstadt. Emmerich ist als Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages für Themen wie Europol, Interpol und Zoll in der grünen Bundestagsfraktion verantwortlich. Daher besuchten die beiden grünen Abgeordneten gleich alle vier Polizeiorganisationen. „Die Stadt Kehl bietet Einzigartiges. Es ist mir ein großes Anliegen die Besonderheiten bundesweit zu präsentieren. Deshalb freut es mich, das mich Marcel Emmerich, ein ausgewiesener Polizeiexperte, zu einem Besuch bei allen vier Kehler Polizeiorganisationen begleitet“, erläutert Mettenleiter seine Motivation für die Einladung nach Kehl.

Die gemeinsame Polizei-Tour startete beim Gemeinsamen Zentrum der deutsch-französischen Polizei. Der Leiter Maxime Fischer erläuterte, gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Jean-Luc D’Altri-o-Dardari die Aufgabe des Zentrums und warum es als Vorbild für mehr als 60 ähnliche Zentren in ganz Europa diente. Danach ging es in die Kehler Innenstadt zur Landespolizei. Revierleiter Patrick Schote und Polizeipräsident Reinhard Renter beschrieben dort den beiden Politikern die besonderen polizeilichen Herausforderungen, die eine Grenzstadt wie Kehl mit sich bringt. Die Zusammenarbeit mit den französischen Kolleginnen und Kollegen bildet auch hier eine wichtige Basis für die erfolgreiche Bewältigung der täglichen Aufgaben.

Im Anschluss ging es bei der Wasserschutzpolizei auf den Rhein. Stetig wechselte das Polizeiboot bei der Fahrt zwischen deutscher und französischer Seite. Stationsleiter Markus Ridder beschrieb bei der Fahrt die Arbeit der Wasserschutzpolizei und verdeutlichte dabei, welche rechtliche Hürden bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bestehen. „Bei diesen Schilderungen wird klar, dass die Verträge von Prüm sowie das Mondorfer Abkommen weiterentwickelt werden müssen. Als Mitglied im Innen- und Europaausschuss im Bundestag ist dies eine wichtige Botschaft, die ich gerne mit nach Berlin nehme“, so Emmerich.

Abschließend empfingen Vertreterinnen und Vertreter der Bundespolizei die beiden Mandatsträger. Auch hier zeigte sich erneut, welch wichtige Rolle die Zusammenarbeit der deutschen Bundespolizei mit der französischen Police aux frontières bei der Kontrolle von Personen an der Grenze spielt. „Es war beeindruckend wie professionell und gemeinschaftlich das Thema ‚grenzüberschreitende Zusammenarbeit‘ bei allen vier Organisationen abgebildet war“, bilanzierte Emmerich seinen Besuch in Kehl, während Mettenleiter ergänzt: „Die Eurometropolregion Kehl/Straßburg ist – wie bereits in vielen anderen Bereichen – auch bei der Polizei-Zusammenarbeit über Grenzen hinweg eine Vorreiterregion.“

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